Winterpause: HSV-Rollstuhlbasketballer sammeln Kraft für die Rückserie

Die Spieler sind in der Heimat bei ihren Familien angekommen, der Trainer weilt im Urlaub in der Karibik: Mit dem Ende der Hinrunde hat für das Team der BG Baskets Hamburg seit zwei Wochen die wohlverdiente Basketballpause begonnen – es ist zum Jahresende die erste und somit auch einzige Erholungsphase in 2016.
Im Rio-Jahr wurde auch über den Sommer hinweg trainiert. In ihren jeweiligen Nationalteams haben sich die HSV-Spieler auf die Sommer-Paralympics vorbereitet. An dem wichtigsten Wettbewerb des Behindertensports schloss sich der Saisonbeginn der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) unmittelbar an. Ein nahtloser Wechsel, welcher den Korbjägern des Hamburger Sport-Vereins im Rückblick betrachtet gut gelungen ist. In der Liga liegt das Team des HSV mit sechs Siegen und zwei Niederlagen auf dem dritten Rang, im DRS-Pokal steht die Mannschaft im Halbfinale – dem sogenannten „Final-Four“. „Nach der Hinrunde stehen wir genau da, wo ich es vorher erwartet habe“, erklärt Cheftrainer Holger Glinicki, der als Coach der deutschen Damen-Nationalmannschaft das gleiche Pensum wie seine Spieler absolviert hat. Von dem Amt des Nationaltrainers ist Glinicki inzwischen zurückgetreten, nach 14 Jahren beendete er eine sehr erfolgreiche Zeit mit der Silbermedaille in Rio.
Der 64-Jährige möchte sich in Zukunft voll auf seine Arbeit bei den BG Baskets Hamburg konzentrieren. Mit der Ambition, um die nationalen und internationalen Vereinstitel mitzuspielen, wurde der Kader im Vergleich zur Vorsaison mit sieben Neuzugängen verstärkt. Eine ausgiebige Vorbereitungszeit auf die neue Spielzeit blieb dem grundlegend veränderten Kader nicht: „Am Anfang waren viele noch nicht hundertprozentig in Hamburg angekommen. In den ersten Spielen mussten wir uns noch als Team finden“, so Glinicki. So kam die Begegnung mit Rekordmeister RSV Lahn-Dill am zweiten Spieltag auswärts in Wetzlar noch zu früh – die Hausherren gewannen 88:57. Auch den amtierenden RBBL-Meister RSB Thuringia Bulls konnten die HSV-Rollis am fünften Spieltag noch nicht bezwingen; im Heimspiel gab es eine 61:82–Niederlage. „Das ist kein Beinbruch, schließlich sind es die beiden Mitfavoriten auf den Titel. Die Pflicht, alle anderen Spiele zu gewinnen, haben wir erfüllt“, stellt Holger Glinicki fest. Die längere Winterpause sei nun sehr wichtig für den Kopf. „Im Januar starten wir wieder frisch. Die ganz wichtigen Spiele kommen ab Februar. Ich glaube, dass wir uns dann anders verkaufen werden.“
Auch der Kapitän, Ghazian Choudhry, sieht das Team auf einem guten Weg: „Vom Spielerischen sehe ich uns seit den letzten drei Wochen der Hinrunde auf Kurs. Ich erwarte, dass wir uns auch in der Rückrunde weiter verbessern werden. Bis Ende Februar müssen wir alles abrufen, was nötig ist, um weiterhin Chancen auf die Meisterschaft zu haben.“
Am 3. Januar starten die HSV-Rollstuhlbasketballer mit dem Training. Schon wenige Tage später geht es in Trier wieder um Bundesligapunkte. Das erste Heimspiel steht am 28. Januar gegen Zwickau auf dem Spielplan.

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