Oettinger RSB Team Thüringen – Der Herausforderer

Sie sind ohne Frage schon jetzt das Team der Stunde. Kaum eine Mannschaft der Rollstuhlbasketball-Bundes-liga wird in diesem Jahr so oft mit den Prädikaten „Heraus-forderer“ oder „Kronprinz“ betitelt, wie das Oettinger RSB Team Thüringen.

Die von Josef Jaglowski betreuten Herren beendeten die Hauptrunde der Liga punktgleich mit dem RSV Lahn-Dill, überraschten auf europäischem Boden mit eindrucksvollen Erfolgen gegen Rom oder Istanbul und marschierten scheinbar mühelos ins Final Four um den DRS-Pokal. Noch dazu brachten die Korbjäger aus dem Landkreis Sömmerda dem Titelfavoriten aus Wetzlar eine schmerzhafte Niederlage bei und stellten erstmals seit vielen Jahren die Diskussion um die Hauptrunden-Meisterschaft ernsthaft in Frage.

Vom Kronprinz zum Titelkandidat

Bis auf den 36:55-Misserfolg im Hinspiel in Wetzlar und die fast schon unerklärliche 64:65-Saison-Auftaktniederlage bei den Mainhatten Skywheelers, spielt das Oettinger RSB Team Thüringen eine fantastische und gleichzeitig eindrucksvolle Saison. „Wir wollen gegen jedes Team mit Teamleistung und dynamischem Spiel bestehen. 

Die Verantwortung verteilt sich auf mehreren Schultern. Und nicht auf wenige Köpfe, wie zu Beginn der Saison“, kommentiert Nationalspieler Sebastian Magenheim den Erfolg.Neben dem brandgefährlichen und äußerst vielseitigen Allrounder Magenheim kann Josef Jaglowski auf eine ganze Reihe internationaler Hochkaräter vertrauen: Mit Center Aliaksandr Halouskiy haben die Elxlebener Rollis den besten 4.5-Punkte-Spieler der Liga in den eigenen Reihen. André Bienek, mit Titel (Pokal und Meisterschaft) aus Italien dekoriert, stieß nach dem finanziellen Chaos in Zwickau zum RSB-Team und machte aus dem „Kronprinzen“ einen echten Titelkandidaten. 

Das funktionierende Uhrwerk wird durch die Briten Dan Highcock und Billy Bridge, den Finnen Teemu Partanen sowie den Litauer Raimund Beginskis ergänzt. Vor allem Highcock hat sich im Laufe der Saison zu einem echten „Hightower“ und damit zum X-Faktor im athletischen Spiel der Thüringer entwickelt.

Internationales Statement

Spätestens nach der souveränen Champions-Cup-Qualifikation mit dem beeindruckenden Erfolg gegen Top-Favorit Rom haben sich die Jaglowski-Jungs endgültig von ihrer Rolle als Underdog gelöst, Tiefstapelei ist im „Fit-In“, der Heimat des Oettinger RSB Teams in Elxleben, bei Weitem nicht mehr notwendig. Schon längst hat Rollstuhlbasketball-Deutschland begriffen, welche Power und welche Möglichkeiten sich im internationalen Kessel von Manager Lutz Leßmann und seiner Truppe ergeben haben. 

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