„Die Begeisterung für Olympische und Paralympische Spiele ist nachhaltig!“

Annika Zeyen von den BG Baskets Hamburg ist Deutschlands Rekordnationalspielerin im Rollstuhlbasketball. 2012 gewann sie gemeinsam mit ihren Team-Kolleginnen und Bundestrainer Holger Glinicki in London die Goldmedaille bei den Paralympics. Bis heute der wohl größte Erfolg in der Karriere der Wahl-Hamburgerin. Im Interview blickt Zeyen zurück auf ein sportliches Großevent wie die Paralympics in Großbritannien – und zeigt aus Sportlerinnen-Sicht auf, welche Chancen bei einer Ausrichtung für die Freie und Hansestadt Hamburg 2024 oder 2028 bestehen.

Annika, 2012 hast du mit dem Team Germany die Gold-Medaille bei den Paralympics in London gewonnen. Sicher ein Ereignis, das man so schnell nicht vergisst…
Ich denke unheimlich gerne an London zurück, aber nicht nur auf Grund der Goldmedaille, sondern besonders auf Grund der Begeisterung für die Paralympics die dort zu spüren war – das ist ein tolles Vorbild für Hamburg 2024.

Kannst du diese Begeisterung beschreiben?
Die Stimmung in London war einfach unglaublich: Wir konnten die Sportstätten und das paralympische Dorf nicht verlassen, ohne von Menschen umringt zu sein, die Autogramme und Fotos von uns wollten – eine tolle Erfahrung, die uns noch mal zusätzlich angespornt hat.

Und in den Arenen selbst?
Ja, auch in den ausverkauften Sportstätten war die Stimmung einmalig. Ich denke an unser Viertelfinale gegen Großbritannien zurück – wir mussten nicht nur gegen die Mannschaft aus Großbritannien, sondern auch gegen die Fans ankämpfen.

Sicher ein toller Antrieb für das Heim-Team.
Auch wenn wir gewonnen haben, hat Großbritannien so unheimlich gut gespielt mit den vielen Fans im Rücken – und genau das wünsche ich mir für die Paralympics 2024. Eine Begeisterung, die die Sportler zu Bestleistungen antreibt.

Viele sprechen im Zuge der Paralympics-Bewerbung von Nachhaltigkeit. Wie war das in London?
London hat gezeigt, dass diese Begeisterung für die Paralympics nachhaltig sein kann – noch immer finden „National Paralympic Days“ oder ähnliche Veranstaltungen in London vor ausverkauften Hallen statt. Das wünsche ich mir für Hamburg und natürlich auch für Deutschland allgemein.

Stichwort Inklusion. Welchen Beitrag können die Paralympics hier leisten? 
Inklusion ist gerade so etwas wie ein Modewort und die Paralympics in Deutschland wären in Richtung Inklusion ein toller Antrieb – nicht nur, um Sportstätten oder öffentliche Gebäude rollstuhlgerechter zu gestalten, sondern hauptsächlich, um Barrieren in den Köpfen abzubauen und ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung normal werden zu lassen. 

Schreibe einen Kommentar

Pin It on Pinterest