Airbus statt Airball

Inklusionstag beim größten Flugzeughersteller der Welt

Martin Steinhardt, Profi-Rollstuhlbasketballer bei den BG Baskets Hamburg, ist fasziniert von seiner Sportart. Schon sein Vater übte den Sport im Rollstuhl aus und gab die Begeisterung dafür an seinen Sohn weiter. Der heute 29-Jährige ist im normalen Leben Fußgänger und im Rollstuhlbasketball daher mit einer Punktzahl von 4,5 eingestuft – der höchstmöglichen im Klassifizierungssystem des Internationalen Rollstuhlbasketball-Verbandes. Die niedrigste Punktzahl, gleichbedeutend mit der höchsten Behinderungsstufe, ist die 1,0.

An einem Mittwoch im November 2019 sitzt Steinhardt im Rahmen der von den BG Baskets veranstalteten Inklusionstage vor Mitarbeitern des Flugzeugherstellers Airbus und erläutert die Unterschiede zwischen Sport- und Alltagsrollstühlen. Die Leidenschaft, die der Center der HSV-Rollstuhlbasketballer bei der Vorstellung „seines“ Sports vermittelt, schwappt schnell auf die Airbus-Mitarbeiter über, die im Zuge eines Teambuilding-Events an dem Inklusionstag teilnehmen. “Die Erwartungen waren hoch und wurden dennoch getoppt! Das Konzept ist super, der strukturierte Aufbau sowie die Durchführung mit den einzigartigen Charakteren der BG Baskets war klasse“, bilanziert Dipl.-Ing. Jannik Ollhof, Abteilung Project Management Business Partner bei Airbus, im Anschluss an die Veranstaltung.

Nachdem bereits viele Schulen und einige Unternehmen der Perspektivwechsel im Rahmen eines Inklusionsprojekts erleben durften, wurde nun den Mitarbeitern des weltweit größten Flugzeugherstellers am Standort Hamburg ein Einblick in das Leben und die Möglichkeiten eines Rollstuhlfahrers ermöglicht.

Federführend für die Inklusionstage ist Inken Pfeiffer, Koordinatorin für Inklusionsprojekte im HSV e.V.  Zusammen mit Steinhardt, Paralympics-Silbermedaillengewinnerin Anne Patzwald und dem iranischen Spielertrainer der HSV-Rollstuhlbasketballer Alireza Ahmadi geht es im Anschluss an die „Theoriestunde“ auf das Spielfeld. Praktische Übungen im Sportrollstuhl stehen an. Die Airbus-Mitarbeiter versuchen sich im Passen, Dribbeln und Aufheben des Basketballs – scheinbar einfache Grundlagen des Sports, die im Rollstuhl jedoch wesentlich schwieriger umzusetzen sind.

Nach einem gemeinsamen Abschlussspiel mit den BG Baskets-Akteuren gibt es für die Angestellten von Airbus die Möglichkeit, Fragen zu stellen und die gewonnenen Eindrücke zu äußern. „Der Inklusionstag war eine tolle Teambuilding-Maßnahme, die auch über den Spaßfaktor hinaus sehr wertvoll war und neue Perspektiven aufgezeigt hat. Die Pausen mit den wertvollen Theorie-Teilen wurden sinnvoll genutzt und der Spaß hat trotz körperlicher Anstrengung überwogen“, so das Fazit von Ollhof.

Von der Rollbahn aufs Spielfeld – ein Perspektivwechsel, der durch die Inklusionstage möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden soll. Für mehr Informationen können sich interessierte Schulen und Unternehmen an bgbasketswe_dont_like_spam@we_dont_like_spamhsv.de wenden.

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